Checkliste Brandschutz Kita — Vorlage Feld für Feld ausfüllen
Diese Vorlage führt durch eine Brandschutz-Begehung in der Kita: Kopfdaten, Feuerlöscher, Flucht- und Rettungswege, Organisation und Maßnahmenliste. Zu jedem Feld steht, was einzutragen ist und worauf es sich stützt.
Wofür die Brandschutz-Checkliste einer Kita da ist
Die Checkliste hält fest, was bei einer Begehung gesehen wurde: Sind Feuerlöscher erreichbar, Fluchtwege frei, Pläne aktuell, Unterweisungen erfolgt? Sie macht die eigene Sichtprüfung nachvollziehbar und liefert die Liste der Mängel, die als Nächstes zu beheben sind.
Hintergrund ist die Betreiberpflicht, Maßnahmen gegen Entstehungsbrände und die Verhaltensregeln im Brandfall festzulegen und zu dokumentieren (ASR A2.2, Nr. 7.1). Die Checkliste ist ein Baustein dieser Dokumentation. Sie ersetzt weder die Prüfung durch Sachkundige noch behördliche Brandschauen oder ein bestehendes Brandschutzkonzept.
Kopfdaten: wer, wann, wo
Beginnen Sie mit den Kopfdaten. Ohne Datum und prüfende Person ist später nicht zu belegen, wann welcher Zustand bestand.
| Feld | Ausfüllhinweis |
|---|---|
| Einrichtung und Gebäudeteil | Name der Kita, Adresse, Gebäude oder Etage, falls mehrere Bereiche getrennt geprüft werden. |
| Prüfdatum | Tag der tatsächlichen Begehung, nicht das Datum der Reinschrift. |
| Prüfende Person | Name und Funktion. Eingewiesenes Personal genügt für die Sichtprüfung; die Einweisung selbst halten Sie separat fest. |
| Ergebnis je Zeile | Drei Werte reichen: in Ordnung · Mangel · nicht zutreffend. Bei „Mangel“ gehört die Zeile in die Maßnahmenliste am Ende. |
Abschnitt 1: Feuerlöscher
Je Feuerlöscher eine Zeile, am besten mit Standortbezeichnung („Flur EG links“). Bei vielen Geräten lohnt eine fortlaufende Nummer am Gerät, die in der Liste wiederkehrt.
| Feld | Ausfüllhinweis |
|---|---|
| Standort und Erreichbarkeit | Gut sichtbar, leicht erreichbar, nicht zugestellt. ASR A2.2 nennt für den Laufweg zum nächsten Feuerlöscher höchstens 20 m (Nr. 5.3). |
| Sichtbarer Zustand | Plombe, Druckanzeige, Schlauch und Gehäuse ohne sichtbare Beschädigung. Auffälligkeiten wörtlich eintragen („Plombe fehlt“), nicht nur ankreuzen. |
| Brandklassen-Piktogramme | Der Hersteller ordnet jedem Löscher Brandklassen zu und gibt sie per Piktogramm auf dem Gerät an (ASR A2.2 Nr. 4.1). Eintragen, was auf dem Gerät steht. |
| Letzte Instandhaltung | Datum der letzten Prüfung durch eine sachkundige Person und Fälligkeit laut Prüfplakette. Intervalle richten sich nach den Herstellerangaben, die Ergebnisse sind zu dokumentieren (DGUV Information 205-001, Nr. 8.9). |
Abschnitt 2: Flucht- und Rettungswege
In Kitas sind Fluchtwege im Alltag am stärksten vom Betrieb betroffen: Kinderwagen im Flur, Material vor der Tür, Möbel nach dem Umräumen. Gehen Sie die Wege deshalb in Fluchtrichtung ab und tragen Sie jeden beanstandeten Ort einzeln ein.
| Feld | Ausfüllhinweis |
|---|---|
| Wege und Ausgänge frei | Flure, Treppenräume und Notausgänge frei von Kinderwagen, Spielmaterial und Möbeln. Ort der Beanstandung nennen. |
| Kennzeichnung | Flucht- und Rettungswege sowie Notausgänge sind nach ASR A1.3 zu kennzeichnen (DGUV Information 205-001). Prüfen: vorhanden, lesbar, nicht verdeckt. |
| Türaufschlag | Türen von Notausgängen müssen in Fluchtrichtung aufschlagen, Türen im Verlauf von Fluchtwegen sollten es — entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung (ASR A2.3, wiedergegeben in DGUV Information 205-001). |
| Flucht- und Rettungsplan | Nötig, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Nutzung es erfordern (ASR A2.3). Wo er hängt: Aushangort eintragen. Prüfen, ob er zum aktuellen Grundriss passt, etwa nach Umbauten. |
| Sicherheitsbeleuchtung | Falls vorhanden: Datum der letzten Funktionsprüfung und Verweis auf das zugehörige Prüfprotokoll. Das Prüfintervall steht in den Betreiberunterlagen der Anlage. |
Abschnitt 3: Organisation und Unterweisung
Dieser Abschnitt prüft nicht die Technik, sondern die Organisation: Gibt es eine aktuelle Brandschutzordnung, sind die Beschäftigten unterwiesen, wer ist für den Ernstfall ausgebildet? Hier fehlen in der Praxis oft Datumsangaben, nicht die Maßnahmen selbst.
| Feld | Ausfüllhinweis |
|---|---|
| Brandschutzordnung (Teil A, B, C) | Aushang nach DIN 14096 vorhanden und aktuell. DGUV Information 205-001 nennt eine Prüfung durch eine fachkundige Person mindestens alle 2 Jahre — Datum der letzten Prüfung eintragen. |
| Unterweisung | ASR A2.2 Nr. 7.2: vor Aufnahme der Beschäftigung, bei Veränderung des Tätigkeitsbereichs und danach in angemessenen Zeitabständen, mindestens einmal jährlich. Datum und Teilnehmende eintragen. |
| Brandschutzhelfer | Namen der ausgebildeten Personen und Datum der Ausbildung. Inhalte der Ausbildung beschreibt DGUV Information 205-023, darunter praktische Übungen mit Feuerlöscheinrichtungen. |
| Räumungsübung | Datum, Gruppen, benötigte Zeit und Auffälligkeiten festhalten, zum Beispiel unklare Sammelstelle oder fehlende Anwesenheitsliste. |
| Auflagen der Einrichtung | Prüfen, ob Baugenehmigung, Brandschutzkonzept oder Betriebserlaubnis besondere Auflagen für diese Kita enthalten, und deren Stand vermerken. |
Maßnahmenliste: Mängel nachverfolgen
Eine Checkliste ohne Maßnahmenliste dokumentiert nur den Ist-Zustand. Übernehmen Sie jede Zeile mit dem Ergebnis „Mangel“ und legen Sie fest, wer sie bis wann behebt.
| Feld | Ausfüllhinweis |
|---|---|
| Mangel | Eine Zeile je Mangel, konkret und überprüfbar („Feuerlöscher Flur EG: Prüfplakette abgelaufen“). |
| Maßnahme | Was geschieht: Löscher zur Prüfung geben, Flur räumen, Plan aktualisieren. |
| Verantwortlich und Frist | Eine benannte Person und ein Datum, kein „zeitnah“. Bei Mängeln an Fluchtwegen die Frist so wählen, dass der Zustand nicht bis zur nächsten Begehung bleibt. |
| Erledigt am und Unterschrift | Datum der Behebung, bei Bedarf mit Foto. Die Zeile erst schließen, wenn der Zustand erneut geprüft wurde. |
Ausfüllhinweise für den Alltag
Tragen Sie Befunde so ein, dass eine andere Person sie nachvollziehen kann: Ort, Zustand, Datum. „Alles in Ordnung“ ohne Ortsangabe ist als Nachweis schwach.
Legen Sie vorab fest, wie oft die Begehung stattfindet. ASR A2.2 verlangt die Unterweisung mindestens einmal jährlich (Nr. 7.2); den Rhythmus der Begehungen legen Sie in Ihren dokumentierten Brandschutzmaßnahmen fest (Nr. 7.1). Einen monatlichen Rhythmus beschreibt die Seite BSB-Pflichten in Kitas.
Klären Sie mit Ihrem Träger, Ihrer Versicherung und der zuständigen Stelle Ihres Bundeslandes, wie lange ausgefüllte Checklisten aufzubewahren sind und welche landesrechtlichen Vorgaben für Ihre Einrichtung zusätzlich gelten.
Was diese Checkliste nicht ersetzt
Sie ersetzt nicht die Instandhaltung der Feuerlöscher durch sachkundige Personen, nicht die wiederkehrenden Prüfungen nach Betriebssicherheitsverordnung und nicht die Begehungen durch Behörden oder Brandschutzbeauftragte. Sie hält fest, was Ihr Personal bei der eigenen Sichtprüfung sieht.
Die Regeln dahinter im Überblick: ASR A2.2 (Maßnahmen gegen Brände), ASR A2.3 (Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan), ASR A1.3 (Kennzeichnung), DIN 14096 (Brandschutzordnung) sowie die DGUV Informationen 205-001 und 205-023. Die ASR sind Technische Regeln für Arbeitsstätten; DGUV Informationen geben Empfehlungen und Praxishilfen. Mehr zu den Pflichten selbst: BSB-Pflichten in Kitas und Verkehrssicherungspflicht in der Kita.
Häufige Fragen
Wie oft sollte die Brandschutz-Checkliste ausgefüllt werden?
Eine feste Frist für die Begehung nennen die geprüften Regeln nicht. ASR A2.2 verlangt, die Maßnahmen gegen Entstehungsbrände festzulegen und zu dokumentieren (Nr. 7.1) sowie die Beschäftigten mindestens einmal jährlich zu unterweisen (Nr. 7.2). Den Rhythmus der Begehungen legen Sie selbst fest und halten ihn fest; ein monatlicher Rhythmus ist auf der Seite BSB-Pflichten in Kitas beschrieben.
Wer darf die Checkliste ausfüllen?
Die Sichtprüfung kann eingewiesenes Kita-Personal übernehmen; halten Sie die Einweisung fest. Die Instandhaltung der Feuerlöscher gehört in die Hand sachkundiger Personen, und ihr Datum tragen Sie in der Checkliste nur ein.
Ersetzt die Checkliste Brandschau oder Brandschutzkonzept?
Nein. Sie dokumentiert Ihre eigene Sichtprüfung. Behördliche Begehungen, ein vorhandenes Brandschutzkonzept und Auflagen aus Baugenehmigung oder Betriebserlaubnis bleiben davon unberührt und sind im Abschnitt „Organisation“ als Auflagen zu vermerken.
Muss in jeder Kita ein Flucht- und Rettungsplan aushängen?
Nach ASR A2.3 ist ein Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Nutzung der Arbeitsstätte es erfordern. Ob das für Ihre Kita zutrifft, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung; im Zweifel klären Sie es mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der zuständigen Stelle.