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Legionellen in der Kita — Untersuchungspflicht nach § 31 TrinkwV (früher § 14), Pflichten 2026

Kitas stellen Trinkwasser in der Regel im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit bereit (§ 2 Nr. 9 TrinkwV) — mit Pflichten zur Legionellen-Untersuchung (§ 31), zur Anzeige und zu Maßnahmen bei Überschreitungen (§§ 51, 53) und zur Dokumentation.

Warum Kitas unter die „öffentliche Tätigkeit“ der TrinkwV fallen

§ 2 Nr. 9 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) definiert als „öffentliche Tätigkeit“ die Bereitstellung von Trinkwasser für einen unbestimmten, wechselnden und nicht durch persönliche Beziehungen mit der bereitstellenden Person verbundenen Personenkreis. Kitas fallen in der Regel darunter, weil der versorgte Personenkreis (Kinder, Personal, Eltern) wechselt und nicht durch persönliche Beziehungen mit dem Träger verbunden ist. Im Zweifel klärt das zuständige Gesundheitsamt die Einordnung.

Diese Einordnung hat Konsequenzen: Wer Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit bereitstellt, unterliegt der Anzeigepflicht nach § 11 TrinkwV und — wenn die Anlage die Voraussetzungen des § 31 Abs. 1 erfüllt — der Pflicht zur systemischen Legionellen-Untersuchung.

Was §§ 31, 51 und 53 TrinkwV konkret fordern (früher § 14)

§ 31 Abs. 1 TrinkwV verpflichtet Betreiber einer Gebäudewasserversorgungsanlage zur systemischen Untersuchung auf Legionellen, wenn das Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird und drei Voraussetzungen zusammen vorliegen: ein Speicher- oder zentraler Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Inhalt oder mehr als 3 Liter Inhalt in einer Leitung zwischen Erwärmer und Entnahmestelle; Duschen oder andere Einrichtungen, in denen Trinkwasser vernebelt wird; und kein Ein- oder Zweifamilienhaus. Die wichtigsten Pflichten:

Untersuchung mindestens einmal jährlich bei öffentlicher Tätigkeit (§ 31 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b) durch eine zugelassene Untersuchungsstelle (§§ 39, 40); Erstuntersuchung bei neuen Anlagen drei bis zwölf Monate nach Inbetriebnahme (§ 31 Abs. 4). Wird der technische Maßnahmenwert (100 KBE/100 ml, Anlage 3 Teil II) erreicht, zeigt die Untersuchungsstelle das dem Gesundheitsamt an (§ 53); liegt dem Träger kein Nachweis darüber vor, muss er selbst unverzüglich anzeigen (§ 51 Abs. 1 Nr. 1) — und in jedem Fall Ursachen klären, eine Risikoabschätzung erstellen und Maßnahmen umsetzen (§ 51 Abs. 1 Nr. 2–4). Aufbewahrung der Untersuchungsniederschriften mindestens zehn Jahre (§ 44 Abs. 3).

Die TrinkwV-Novelle 2023: Was sich geändert hat

Die Trinkwasserverordnung wurde 2023 neu gefasst und setzt die EU-Trinkwasserrichtlinie (Richtlinie (EU) 2020/2184) um. Für Kitas wichtig: Die Legionellen-Pflichten stehen jetzt in §§ 31, 51 und 53 (früher § 14 TrinkwV 2001; § 14 regelt heute Werkstoffe und Materialien im Kontakt mit Trinkwasser), neue Parameter wie PFAS kommen hinzu (Anlage 2), und für Bleileitungen gilt die Frist des § 17.

Stichtag 12. Januar 2026: Bleileitungen und PFAS-Grenzwert

Trinkwasserleitungen oder Teilstücke aus Blei waren bis zum Ablauf des 12. Januar 2026 zu entfernen oder stillzulegen (§ 17 Abs. 1 TrinkwV); das Gesundheitsamt kann die Frist auf Antrag unter den Voraussetzungen des § 17 Abs. 2 verlängern. Für PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) gilt ab dem 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,10 µg/l für die Summe von 20 PFAS, ab dem 12. Januar 2028 zusätzlich 0,020 µg/l für die Summe von vier PFAS (Anlage 2); die PFAS-Untersuchung schuldet der Wasserversorger (§ 28 TrinkwV), eine eigene Pflicht trifft den Träger nur bei Eigenwasserversorgung (§ 29). Ältere Kita-Gebäude sind von der Blei-Frist besonders betroffen, weil dort Bleileitungen noch verbreitet verbaut wurden.

Kita-Träger sollten prüfen, ob ihre Kitas Bleileitungen haben, und offene Fälle mit dem Gesundheitsamt klären. Der Kita-Pflichten Manager weist bei Gebäuden mit Baujahr vor 1973 automatisch auf diese Pflicht hin.

U3-Besonderheiten: Badewannen und Warmwassersysteme in Säuglingsgruppen

In Krippen- und U3-Gruppen gibt es besondere Risikostellen: Badewannen, Warmwasserkreisläufe für Flaschenwärmer und häufig genutzte Waschbecken auf Kinderhöhe. Diese Stellen sind besonders sorgfältig in die Probenahme einzubeziehen.

Die erhöhte Immunsystemschwäche von Säuglingen macht Legionellen-Infektionen besonders gefährlich. Kita-Träger mit U3-Gruppen sollten halbjährliche statt jährliche Probenahmen erwägen.

Dokumentation und Meldung an das Gesundheitsamt

Die Niederschriften der Untersuchungen sind mindestens zehn Jahre aufzubewahren (§ 44 Abs. 3 TrinkwV). Wird der technische Maßnahmenwert erreicht, zeigt das die zugelassene Untersuchungsstelle dem Gesundheitsamt an (§ 53); liegt dem Träger kein Nachweis darüber vor, muss er die Anzeige selbst unverzüglich erstatten (§ 51 Abs. 1 Nr. 1). Die durchgeführten Maßnahmen sind unmittelbar nach Abschluss zu dokumentieren und zehn Jahre verfügbar zu halten (§ 51 Abs. 4). Der Kita-Pflichten Manager dokumentiert alle TrinkwV-Vorgänge mit Zeitstempel und ermöglicht die direkte Beauftragung zugelassener Untersuchungsstellen.

Wie der Kita-Pflichten Manager die Legionellen-Pflichten nach TrinkwV abbildet

Das Trinkwasser-Modul im Kita-Pflichten Manager trackt alle Untersuchungsfristen, erinnert rechtzeitig an fällige Probenahmen und ermöglicht das direkte Hochladen von Laborbefunden. Wird der technische Maßnahmenwert erreicht, wird automatisch eine Eskalation ausgelöst.

Häufige Fragen

Müssen alle Kitas auf Legionellen untersucht werden?

Nicht automatisch. Kitas stellen Trinkwasser in der Regel im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit bereit (§ 2 Nr. 9 TrinkwV). Die Untersuchungspflicht nach § 31 Abs. 1 TrinkwV greift aber nur, wenn die Anlage einen Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Inhalt oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt bis zur Entnahmestelle hat, Duschen oder andere vernebelnde Einrichtungen vorhanden sind und es sich nicht um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt. Dann gilt: mindestens einmal jährlich (§ 31 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b).

Was passiert bei einer Legionellen-Überschreitung?

Wird der technische Maßnahmenwert (100 KBE/100 ml) erreicht, muss das Gesundheitsamt unverzüglich informiert werden — in der Regel durch die zugelassene Untersuchungsstelle (§ 53 TrinkwV), sonst durch den Träger (§ 51 Abs. 1 Nr. 1). Der Träger muss die Ursachen klären (mit Ortsbesichtigung), eine schriftliche Risikoabschätzung erstellen und die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlichen Maßnahmen umsetzen und dokumentieren (§ 51 Abs. 1 Nr. 2–4, Abs. 4), die Maßnahmen dem Gesundheitsamt mitteilen (§ 51 Abs. 3) und die betroffenen Verbraucher — Eltern und Personal — über das Ergebnis der Risikoabschätzung und Nutzungseinschränkungen informieren (§ 52 Abs. 3). Kommt der Träger diesen Pflichten nicht nach, fordert ihn das Gesundheitsamt unter Fristsetzung dazu auf (§ 68).

Welche Labore dürfen TrinkwV-Proben untersuchen?

Untersuchungen nach der TrinkwV dürfen nur zugelassene Untersuchungsstellen durchführen (§§ 39, 40 TrinkwV); die zuständigen Landesbehörden veröffentlichen Listen der zugelassenen Stellen. Über den Kita-Pflichten Manager können zugelassene Untersuchungsstellen direkt beauftragt werden.

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